Die Blausteinkriege

Von Architekten und Gärtnern

Pünktlich zur Buchmesse in Frankfurt 2016 ist der zweite Roman "Sturm aus dem Süden" der Fantasy-Trilogie "Die Blausteinkriege" vom Autorenduo T.S. Orgel erschienen. Wir haben uns dort mit den Brüdern Tom und Stephan getroffen und uns über Fantasy-Romane im Allgemeinen und Architekten und Gärtner im Besonderen unterhalten.

 

Die_Blausteinkriege_1Nach den "Orks vs. Zwerge" nun die Trilogie "Die Blausteinkriege". Die beiden bisher erschienenen Bände sind mit jeweils gut 600 Seiten keine Leichtgewichtige, und auch der dritte und letzte Teil, der im Oktober 2017 erscheinen wird, dürfte nicht schmäler ausfallen. Woher nimmt man die Ideen für gut 2000 Seiten Fantasy-Literatur? "Ach, das ist gar nicht so schwierig", meint Stephan lachend, "man hat eine Idee und dann spricht man darüber und dabei entwickelt sich dann der Plot." Und Tom ergänzt: "Wir lesen beide sehr viel. Manchmal hilft auch ein Blick in die aktuellen Nachrichten." Die Brüder sehen sich nicht täglich, da sie doch ein ganzes Stück voneinander entfernt wohnen, aber sie telefonieren viel und tauschen sich über ihre Ideen aus. Beide haben "normale" Brot-Berufe und widmen sich bislang nebenberuflich dem Schreiben von Fantasy-Romanen. Und das mit Erfolg. Beide sind schon seit ihrer Jugend Rollenspieler, Stephan hat bei der deutschen Pen-&-Paper-Legende "Das Schwarze Auge" mitgemacht und Tom vor allem den amerikanischen RPG-König "D&D" bzw. "AD&D" gespielt. Aus Zeitmangel – neben seinem regulären Job hat er auch noch Familie – kommt Tom heute kaum mehr zum Rollenspiel, aber Stephan ist nach wie vor ein eifriger Spieler und trifft sich regelmäßig mit seiner Gruppe, bei der er der jüngste in der Runde ist. Während Tom früher ein ausgesprochen akribischer Weltenbauer und Architekt war, "ich besitze heute noch Ordner mit ausgefeilten Plänen für imaginäre Welten", so Tom, ist Stephan eher der Gärtnertyp, der die Samen in den Boden legt und mal schaut was daraus wird und ab und zu mal an den Pflanzen herumzupft und sie zurechtschneidet. Beim Schreiben teilen sich beide brüderlich das doch recht umfangreiche Personal in den "Blausteinkriegen" auf und jeder entwickelt seinen Erzählstrang für sich. Dann wird das Ganze gegengelesen. Es gibt auch einen festen Stamm von Testlesern, die auch offen ihre Meinung sagen wenn das Geschreibsel nichts taugt. "Das ist uns sehr wichtig, wir nehmen unsere Testleser auch ernst und ändern das dann ab", bekunden die Brüder unisono.

 

Orgelbrueder © Birgit MuehlederInzwischen sind sie ein gutes Team und es fällt kaum auf, dass hier eigentlich zwei Personen mit einem individuellen Stil schreiben, nur die Lektorin würde das noch ab und zu merken. Bei ihren ersten Büchern war ihnen das Worldbuilding noch sehr wichtig, heute legen sie mehr Wert auf die Entwicklung der Charaktere. "Manchmal passiert es, dass wir einen Marktplatz brauchen und dann haben wir noch gar nicht festgelegt wie der aussehen soll. Aber das findet sich dann", meint Tom. Auch die Beschreibung der Äußerlichkeiten der von ihnen erfundenen Romanfiguren geht ins Detail. Am meisten Spaß beim Schreiben macht Tom das Entwerfen neuer Charaktere "und die anschließende Beschäftigung damit, diese Figuren in peinliche Situationen zu bringen." Manchmal entwickeln sich die Persönlichkeiten auch anders als geplant. "Es ist sogar der größere Teil der Figuren, die erst während des Schreibens entstehen. Messer zum Beispiel hat sich erst später eingeschlichen, passt natürlich zu ihm. Oder Flüster, der gebraucht wurde, um Marten eins hinter die Ohren zu geben und an einem oder anderem Finger zu ziehen." Wenn es der Handlung dient, stirbt auch mal eine Hauptperson, aber "wir wollen das nicht zum Prinzip machen wie beispielsweise George R.R. Martin", wirft Stephan ein.

 

Wir wünschen den beiden auch weiterhin viel Spaß mit ihren Figuren und freuen uns schon auf den dritten Band der "Blausteinkriege".

 

Die_Blausteinkriege_Karte

[Doris Schweitzer M.A.]

 

Klappentext:

Das Kaiserreich Berun ist in seinen Grundfesten erschüttert. Am Hof regieren Intriganten, der Kaiser ist schwach, und im Süden probt das Protektorat Macouban den Aufstand. In diesen Wirren schlägt die Stunde ungewöhnlicher Helden. Der Schwertmann Marten, die Spionin Sara und der in Ungnade gefallene Danil machen eine Entdeckung, die ihr Schicksal und das von Berun ins Ungewisse stürzen wird. Denn ihr wahrer Feind gibt sich jetzt zu erkennen.
Zwei dunkle Schiffe kreuzen vor den Küsten des Südens …

(Heyne Verlag – Fantasy Roman – Paperback, Klappenbroschur 640 Seiten - ISBN: 978-3453317062 - Preis: 14,99€)

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